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Abi lässt es krachen

Müßiggang ist aller Laster Anfang. Es ist nicht gut, wenn der Mensch zu Hause hockt und nix zu tun hat. Offenbar geht das Geschäft mit dem Schlamm vom Toten Meer nicht so gut, denn statt im Keller Tütchen zu packen, sitzt Abi in der guten Stube am Computer und schreibt sich die Finger wund. Die Allgemeine Jüdische Wochenzeitung hat er dermaßen zugemüllt, dass diese ihr Gästebuch schließen musste, nur so konnten Abis Logorrhöe-Attacken abgewehrt werden. Da stand es zwar eins zu null für Abi, aber am Ende hatte er doch nix davon.

Wie er es treibt, erinnert an die Berliner Hausfrau Helga Goetze. Die stellte sich an den Kudamm, legte ihre Titten frei und schrie: "Ficken, ficken, ficken!" Abis Botschaft ist anders formatiert, aber von ähnlicher Einfalt: "Höret, was ich euch zu sagen habe, es gibt keinen Antisemitismus und keine Antisemiten, ich weiß, wovon ich rede, denn ich bin Jude! Amen!" Er hat Karsli und Möllemann lauthals verteidigt und sich darauf spezialisiert, jedem dummsabbernden Antisemiten einen Persilschein auszustellen. Und andersrum: jeden Juden von Biermann bis Leon de Winter zu beschuldigen, durch ihr Verhalten Antisemitismus zu produzieren. Wer immer ein Problem mit Juden hat, kann sich darauf verlassen, von Abi für koscher erklärt zu werden. Was ihn antreibt, ist nicht klar. Es hat immer Juden gegeben, die sich bei Judenfressern anbiederten, um im Ernstfall verschont zu werden. Erich Fried hat Michael Kühnen sogar im Knast besucht, um mit ihm zu plaudern.

Jetzt hat sich Abi das Jüdische Museum in Berlin vorgenommen. Zwei der vielen Briefe, die er geschrieben hat und kreisen ließ, finden sich in einer Ausstellung wieder, und Abi kann es sich nicht erklären, wie sie dahin geraten sind. Er will sie zurück haben, als wären es intime Mitteilungen und nicht Statements, die er selbst in die Öffentlichkeit hinausposaunt hat. Und bei der Gelegenheit erklärt er wieder mal, wie das so ist mit dem Antisemitismus, den es eigentlich nicht gibt, und wenn doch, dann nur, weil die Juden sich so schlecht benehmen.

Die kleine Ausstellung im Jüdischen Museum weckt bei Abi böse Erinnerungen: "Damals stellten die 'Deutschen' die entartete Kunst der Juden und 'Undeutschen' an den Pranger und heute stellen die 'Juden' die entarteten Briefe von 'Deutschen' an den Pranger, mit der selben Absicht wie von den Nazis gewollt, die Schreiber und Urheber dieser Mails als 'entartet' zu diffamieren."

Mit der Syntax und der Zeichensetzung hapert es noch ein bisschen, dafür aber ist die historische Parallele offensichtlich. Und dann hat Abi noch eine echt geile Phantasie. Er stellt sich vor, wie "vor laufenden Kameras" seine blöden Briefe verbrannt werden, in Anwesenheit des israelischen Botschafters und des "gesamten Vorstand des Zentralrates der Juden in Deutschland", alles darunter wäre ihm zu wenig.

Was soll man dazu sagen?

Der Mann hat ein Rad ab und bei den übrigen sitzen die Schrauben locker. Er nennt sich "Herausgeber und Chefredakteur", ist ein Wichtigtuer und Phrasenwichser ("Von verlässlicher Seite ist mir mitgeteilt worden..."), der in seiner Badewanne Kapitän spielt und die Entchen flitzen lässt. Wie viele Antisemiten ist auch Abi eine traurige Existenz, ein Bruchpilot, der hoch hinaus wollte und jedes Mal eine Bauchlandung hingelegt hat. Und wer ist schuld an seinem Unglück? Natürlich die Juden! Der Antisemitismus ist nicht nur der Sozialismus der dummen Kerls, wie August Bebel es gesagt hat, er ist auch ein Trostspender für kranke Seelen. Hier der ganze Brief von Abi an das Jüdische Museum, den man inzwischen auch in der Ausstellung lesen kann. Das hat er nun davon.

Abraham Melzer
Neu Isenburg, 7. Oktober 2002


Jüdisches Museum Berlin
zHv Frau Cilly Kugelmann
Lindenstr. 9-14
10969 Berlin


Ausstellung: "Ich bin kein Antisemit"


Sehr geehrte Frau Kugelmann,

die neue Ausstellung im Jüdischen Museum, die unter dem Titel "Ich bin kein Antisemit" von Ihnen, sozusagen als Debüt zu Ihrer Ernennung als Programmdirektorin im September 2002, organisiert und eröffnet worden ist, und die Sie als "die schmutzige Wäsche der Antisemiten" genannt haben, macht mich ratlos und zornig. Denn diese Ausstellung tut genau das, was in einem der ausgestellten Briefe zu lesen ist: Sie bringen die Juden in Deutschland "in ein schlechtes Licht". Ich weiß nicht warum ich bei dem Nachdenken über diese Ausstellung immer wieder auch an die berühmt, berüchtigte Nazi-Ausstellung "entartete Kunst" denken muss. Heute wie damals werden Menschen an den Pranger gestellt. Damals wurden Künstler ausgestellt, deren Bilder "undeutsch" waren und heute werden Briefe und Mails ausgestellt, die angeblich "antisemitisch" und deshalb offensichtlich "deutsch" sind. Auch wenn Sie das nicht expressis verbis in Ihrer Pressemitteilung sagen, so wird es aber von den meisten verstanden.

Damals stellten die "Deutschen" die entartete Kunst der Juden und "Undeutschen" an den Pranger und heute stellen die "Juden" die entarteten Briefe von "Deutschen an den Pranger, mit derselben Absicht wie von den Nazis gewollt, die Schreiber und Urheber dieser Mails und Briefe als "entartet" zu diffamieren.

Damals wurden die Künstler nicht gefragt und nicht benachrichtigt darüber, dass ihre Objekte im Museum ausgestellt werden und heute tun Sie das Gleiche.

Als ob es nicht den Artikel 1 unseres Grundgesetzes gibt, in dem es heißt, dass die Würde eines jeden Menschen unantastbar ist. Als ob es in den Gesetzen der Bundesrepublik kein Gesetz über "Persönlichkeitsrecht" gibt und als ob es keinen Schutz für "Urheber" gibt, die selbst bestimmen dürfen, wem sie ihre Texte überlassen wollen, einem Verlag, einer Zeitung oder einem Museum. Im Leitsatz für das Allgemeine Persönlichkeitsrecht heißt es: "Briefe oder sonstige private Aufzeichnungen dürfen in der Regel nicht ohne Zustimmung des noch lebenden Verfassers und nur in der vom Verfasser gebilligten Weise veröffentlicht werden. Das folgt aus dem in GG Art 1, GG Art 2 verankerten Schutz der Persönlichkeit und gilt daher auch dann, wenn die Aufzeichnungen nicht die individuelle Formprägung aufweisen, die für einen Urheberschutz erforderlich ist."

Sie setzen sich über all diese Gesetze und Normen hinweg, als ob diese nicht für das "Jüdische Museum" gemacht wurden und sie in diesem Land "Narrenfreiheit" haben und jenseits von Gesetz und Ordnung stehen, weil Sie eben ein "Jüdisches Museum" sind. Meinen Sie nicht auch, dass gerade eine solche Haltung mehr Antisemitismus verursachen könnte, als all die Briefe, die Sie witzigerweise wie "schmutzige Wäsche" an die Wäscheleine gehängt haben? Wer kam denn auf diese makabere, aber sehr originelle Idee? Die schmutzige Wäsche der Antisemiten? Wer hat denn diese Wäsche gewaschen und aufgehängt? Wer hat denn bestimmt, wer Antisemit ist und ab wann ein Brief oder ein Mail als antisemitisch zu gelten hat?

Ist denn ein Bürger, der, an wen auch immer schreibt: "Armes Deutschland, arme Christenheit. Arme FDP." Ein Antisemit? Und wie ist es mit dem Brief oder Mail: "Juden find ich doof."?

Oder ist jemand, der Michel Friedman als "Dandy" bezeichnet und als "typisch deutsches Arschloch" beleidigt gleich ein Antisemit, weil Michel Friedman nicht Michel Friedman ist, sondern "die Juden?"

Oder ist jemand ein Antisemit, der geschrieben hat. "Ich liebe Möllemann und Westerwelle..." oder ein anderer, der festgestellt hat: "Das ach so alte Vorurteil, Juden seien selbst verantwortlich für Antisemitismus, fängt an sich zu bewahrheiten?" Nach welchen Kriterien wurde hier ausgewählt und wer hat entschieden, was "eindeutig antisemitischen und hetzerischen ebenso wie latent antisemitischen" Charakter hat?

Briefe und Mails, "die Unterstützung und Sympathie für Herrn Broder, Michel Friedman oder die Jüdische Allgemeine Zeitung zu Ausdruck brachten", waren wohl leichter zu bestimmen. Wenn die JAZ und Henryk M. Broder "insgesamt", wie Sie in Ihrer Pressemittelung schreiben, 350 Briefe und Mails erhalten haben, und die sogenannten "sauberen" auch darunter sind, dann muss man davon ausgehen, dass "antisemitische" Briefe, wie vielleicht der Folgende, viel weniger sind.

"Ich bin kein Antisemit, ganz im Gegenteil: auf Grund meiner Affinität zur jüdischen Geschichte und Kultur sowie zahlreicher persönliche Kontakte, würde ich mich selbst sogar eher als "semitophil" bezeichnen (was, wie ich weiß, allerdings auch höchst problematisch ist). Aber gerade deswegen plädiere ich vehement dafür, den rassistischen "Artenschutz" für prominiente jüdische Mitbürger in Deutschland endlich aufzuheben! Zur Normalität gehört eben auch, dass legitime Kritik an Juden bzw. israelischer Politik nicht mehr a priori tabuisiert werden darf, denn genau diese moralische Privilegien schüren den Unmut und Antisemitismus in der deutschen Bevölkerung." Und woran, bitte sehr, haben Sie erkannt, dass es sich hier um einen antisemitischen Brief handelt?

Haben wir nicht "Meinungsfreiheit" in diesem Land? Dürfen ungescholtene Bürger nicht ihre Meinung in Briefen und Mails zum Ausdruck bringen? Und haben wir nicht Gesetze, die die Intimität und Würde der Absender schützen? Wer gibt Ihnen eigentlich das Recht solche Bürger öffentlich zu verurteilen und an den Pranger zu stellen, bzw. ihre Meinung auf einer Wäscheleine zu hängen und sie als "schmutzige Wäsche" zu bezeichnen? Meinen Sie nicht auch, dass diese Praxis schon im Mittelalter fragwürdig und inhuman war? Und müssen Sie, bzw. das Jüdische Museum Deutschland "schmutzige Wäsche" waschen und zum "Austrocknen" aushängen, um der Welt zu zeigen, dass es in Deutschland doch noch mehr als zweihundert Antisemiten gibt? Haben die soeben stattgefundenen Wahlen nicht ganz was anderes gezeigt? Oder haben Sie es verpasst die Aussage des Präsidenten des Zentralrats der Juden in Deutschland, Paul Spiegel, zur Kenntnis zu nehmen, "dass in der Bundesrepublik eine gesunde und funktionierende Demokratie herrscht."? Wenn dem so ist, warum und wozu diese Ausstellung? Oder ging es Herrn Broder darum, dass die Juden nicht wieder "zur Tagesordnung übergehen", weil sie nach seiner Meinung "den Antisemitismus nicht verstehen."? Hätte es dann nicht gereicht, wenn man diese Wäscheleine im Foyer der Jüdischen Gemeinde in Berlin gezogen hätte? Oder die Briefe in der Jüdischen Allgemeinen Zeitung abgedruckt, wohin sie auch adressiert waren? Mails wie "Juden finde ich doof" passen allerdings besser in das Forum von Henryk M. Broder, wo sich viele gleichgesinnte Fans auf diesem Niveau ausdrücken

Glauben Sie, dass dass Sie mit dieser polemischen und niveaulosen Ausstellung zum guten Ruf des Jüdischen Museums beigetragen haben? Ein Besucher schrieb mir, dass man das Ganze "besser" nicht im Museum ausgestellt hätte. Und er schließt seine Mail mit: " Eines kann ich Ihnen aber versichern: es lohnt sich nicht, wegen dieser "Ausstellung" nach Berlin zu kommen."

Auch ich habe früher "antisemitische" Briefe erhalten. Ich habe sie so entsorgt, wie jeder von uns solchen widerlichen Tinnef entsorgt.

Wenn es sich nur darum handeln würde, dann würde ich es unter der Rubrik "Peinlichkeiten" einordnen und schnell vergessen. Leider hat aber ihre "Ausstellung" eine Qualität, die das Ganze zu einem öffentlichen Skandal macht. In Ihrer Pressemitteilung weisen Sie ausdrücklich darauf hin, dass es sich bei den Exponaten um "Briefe an den Journalisten Henryk M. Broder und die Allgemeine Jüdische Wochenzeitung" handelt, die während der sehr erhitzten Debatte zwischen Möllemann und Friedman im Frühjahr dieses Jahres bei den Empfängern eingegangen sind. Meine Frage an das "Jüdische Museum", ob es sich "ausschließlich" um Briefe und Mail an diese zwei o.g. Andressen handelt, "oder gibt es auch andere Beiträge in der Ausstellung?" wurde mir am 02. Okt.2002 um 16:38 so beantwortet: "Alle ausgestellten Briefe gingen an Herrn Broder oder an die JAZ."

Das finde ich deshalb merkwürdig, weil es eine offensichtliche Unwahrheit ist und ich mir nicht vorstellen kann, dass es sich dabei um einen Irrtum handelt oder eine Unachtsamkeit, sondern um eine bewusste Manipulation der Presse und der Öffentlichkeit.

Von verlässlicher Seite ist mir nämlich mitgeteilt worden, dass ein Mail, welches ich am 29.Mai 2002 an den SPIEGEL verschickt habe, in der o.g. "Ausstellung" in einem Ordner zu finden ist. Nicht nur das, im Ordner befindet sich nicht mein Originalmail von 15:35 an den SPIEGEL, sondern die Kopie, die ich drei Minuten später, um 15:38 an die FDP-Geschäftsstelle geschickt habe. Ich frage mich, wie es kommt, das ein Mail an die FDP in einer Ausstellung von Briefen und Mails an "Henryk M. Broder und die JAZ" auftaucht? Wurde es Ihnen zugespielt? Von wem? Ich habe bewusst an den SPIEGEL geschrieben und eine Veröffentlichung dort erlaubt. Zu einer Schaustellung im Jüdischen Museum bin ich nicht gefragt worden und nicht einmal informiert worden. Auch wenn ich zu dem, was ich geschrieben habe, voll und ganz stehe, betrachte ich die Ausstellung meines Mails in diesem von Ihnen zusammengestellten Kontext als eine Beleidigung und Ehrabschneidung. Ich halte die Veranstaltung für eine billige und unseriöse Polemik, die völlig überflüssig ist und die Art und Weise, wie sich Herr Broder als Inquisitor und Richter über "Gut und Böse" aufbläst, halte ich für lächerlich und borniert und den jüdischen Interessen, wenn es solche überhaupt gibt, für äußerst schädlich.

Es kommt aber noch schlimmer. Während Sie meine Mail an den SPIEGEL in den Ordnern zeigen, haben Sie auf eine Wäscheleine einen Beitrag von mir aufgehängt, welches ich im Diskussionsforum der FDP veröffentlicht habe. Reichten Ihnen die Briefe und Mails nicht, dass Sie auch noch in diversen Foren nach Beiträgen gesucht haben? Und warum verschweigen Sie es in Ihrer Pressemitteilung?

Zwar wurde dieser Beitrag in der Tat an die Jüdische Allgemeine von einem mir unbekannten Herrn Ren Lenclud (?) am 6.Juni 2002 um 23:42 gemailt, aber schon bei einfacher Sicht kann man erkennen, dass es sich um eine Übernahme des Beitrages eines Autors, der sich "semit" nennt, der auch am 06.06.02 um 18:23 ins Web gestellt worden ist. Zumindest muss man Ihnen hier Schludrigkeit, Ungenauigkeit und unprofessionelles Verhalten vorwerfen.

Was man Ihnen aber am heftigsten vorwerfen muss, ist die Manipulation mit der "schmutzigen Wäsche" der "deutschen" Antisemiten. Wenn Sie auch die vielen Schreiben der anderen Mails nicht gekannt haben können, es sei denn zufällig, so werden Sie nicht leugnen, dass Sie mich kennen und von meiner Zeitschrift SEMIT auch schon was gehört haben. Es wäre also ach hier Ihre Pflicht als "seriöse" Wissenschaftlerin und Programmdirektorin der Presse und den Besuchern mitzuteilen, dass unter den Absender der "insgesamt 350 Briefe" auch Juden sind, die offensichtlich nicht aus antisemitischen Impulsen geschrieben haben, sondern allein aus dem Bedürfnis die Herren Friedman oder Broder zu kritisieren. Das ist doch wohl noch erlaubt? Oder muss ich als Jude die eben genannten Herren vorher um Erlaubnis fragen?

Und wenn Sie in einem von mir zufällig entdeckten Fall manipuliert haben, woher habe ich und die Öffentlichkeit die Gewissheit, dass es nicht noch mehr Manipulationen in dieser entarteten Ausstellung gibt? Sie haben bewusst die Presse für Ihre Zwecke instrumentalisiert, wobei ich aber immer noch nicht sicher bin, welche Zwecke das sind. In Ihrer Rede bei der Ausstellungseröffnung haben Sie gesagt, dass es sich bei den Exponaten um "verschriftlichten Stammtisch" handelt. Seit wann wird so was in Deutschland in Museen ausgestellt? Oder sind Sie wirklich davon überzeugt, dass ein Brief, in dem der offensichtlich pubertäre Absender meint, dass die Juden "doof" sind, so wichtig und weltbewegend ist, dass man es ausstellen muss?

"Erschütternd" soll ein Ausstellungsgast die Exponate gefunden haben. Leider wissen wir nicht wie er das gemeint hat. Und ein anderer Besucher meinte, wohl im Hinblick auf die Verfasser: "Da hilft nur Null Toleranz". Ist das der "Zweck" der Ausstellung? Null Toleranz gegenüber unpassenden Meinungen? Und wenn man dann noch liest, dass dieser andere Besucher "kein Umdenken erwartet", dann stellt sich in der Tat die Frage: Was bedeutet "Null Toleranz"? Sollen die Verfasser so behandelt werden, wie seinerzeit die Künstler durch die Nazis?

Wenn Sie schon die Nazis kopieren wollten, wäre es nicht besser gewesen, Sie hätten die Briefe am "Opern-Platz" in Berlin öffentlich verbrannt? Sie, oder Henryk M. Broder hätten dann in einer großartigen theatralischen Inszenierung vor laufenden Kameras sagen können: "Und ich übergebe hiermit den Flammen die antisemitschen Briefe des Juden Abraham Melzer." Sie hätten auch sicherlich nicht vergessen den israelischen Botschafter einzuladen und den gesamten Vorstand des Zentralrates der Juden in Deutschland.

Alles in Allem stelle ich fest, dass die sogenannte "Ausstellung", alles andere als seriös ist. Sie ist "polemisch, perfid und gehässig", alles Attribute, die in der Frühjahrsdebatte sowohl Friedman wie auch Broder angehängt wurden. Und wenn Sie jetzt unter der Assistenz von Herrn Broder und unter Missbrauch öffentlicher Gelder, den Deutschen wohl einen Spiegel vorhalten wollen, in dem sie eine hässliche Fratze sehen sollen, dann haben Sie möglicherweise genau das Gegenteil erreicht, dass man nämlich in diesem Spiegel eine verlogene und heuchlerische Fratze sieht. Raten Sie mal wessen?

Aus den o.g. Gründen fordere ich Sie hiermit auf mein Mail aus allen Ordnern zu entfernen und mir die Ausführung bis spätestens Freitag, den 11.Oktober zu bestätigen. Sollte mir eine solche Bestätigung bis zum o.g. Zeitpunkt nicht vorliegen, werde ich juristische Mittel in Anspruch nehmen.

Abraham Melzer
Herausgeber und Chefredakteur von
SEMITTIMES - das jüdische Meinungforum

Anmerkung: Grammatik, Interpunktion und Orthographie
wurden vom Original übernommen

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