| Jede
Menge Zigaretten |
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�Fusionsphantasien' ... so ein sch�nes Wort aus der aktuellen Sprache der B�rsianer. Aber solche Phantasien werden Wirklichkeit. Fusionen haben Konjunktur in diesen Jahren, anders meint man der Globalisierung nicht gewachsen zu sein. Eine kurze Meldung im Radio: Zwei britische Zigarettenhersteller haben fusioniert. Zusammen stellen sie derzeitig pro Jahr 900 Milliarden (nicht etwa Millionen ...) Zigaretten her, das ist 16% der Weltproduktion. Wenn man sich noch an den Dreisatz erinnert, kann man aus diesen beiden Zahlen die Gesamtproduktion weltweit berechnen: 5.625.000 Millionen = 5,625 Billionen Zigaretten werden pro Jahr heute hergestellt. Das ist eine Zahl, f�r die man kein Vorstellungsverm�gen mehr hat. Man muss diese Zahl relativieren, in Bezug zu einer anderen Gr�sse setzen, um eine Vorstellung von der Menge der Zigaretten zu bekommen: Auf der Welt leben jetzt ungef�hr 6 Milliarden Menschen. Mit dieser Menge von Zigaretten k�nnte jeder Mensch auf der Erde 940 Zigaretten pro Jahr rauchen. Das sind immerhin jeden Tag 2,5 Zigaretten. Ich kann es kaum glauben, dass diese Zahl stimmt, denn von den 6 Milliarden Menschen sind ja sicher rund 60% Kinder und sehr alte Leute. Ber�cksichtigt man das, kommt man f�r den Rest auf immer noch 6 Zigaretten pro Tag !! Wahnsinn ! Ist diese Menge der Zigaretten wirklich eine realistische Zahl ?? Eine andere �berschlagsrechnung: Wenn man (sehr pessimistisch) annimmt, dass nur 40% der Weltbev�lkerung im richtigen Alter f�r das Rauchen sind und dass davon nur 10% aktiv wirklich rauchen, so geht man davon aus, dass 4% aller Menschen auf der Welt rauchen. Das aber sind immer noch 240 Millionen Raucher weltweit. Jeder dieser Menschen raucht bei dieser Sch�tzung 63 Zigaretten pro Tag. Drei Schachteln. Ein starker Raucher schafft das m�helos. Mit dieser �berschlagsrechnung kann man glauben, dass die unendlich grosse Zahl der j�hrlich weltweit produzierten Zigaretten tats�chlich richtig ist. Jetzt kommt eine �hnlich spannende Frage: Wieviel Geld ist da im Umlauf und was wird dabei verdient ?! |
Was die Tabakindustrie weltweit f�r einen Umsatz macht, kann man im Kopf rechnen, wenn man die Zahl der Zigaretten: 5.625.000 Millionen - vor sich hinstellt. Im Verkauf kostet jede Zigarette rund 10 Pfennige. Ich bin kein Raucher, deshalb habe ich mich heute bei PLUS mal informiert. Eine Schachtel mit 19 Zigaretten kostet zwischen 4,50 und 5,50 DM. Ich h�tte gedacht, man bekommt die Schachtel f�r die H�lfte. Irre, was ich da t�glich, w�chentlich und j�hrlich spare ...! Nehmen wir zu Gunsten der Tabakindustrie an, eine Zigarette kostet nur zehn Pfennig. Dann sind das 56.250.000 Millionen Pfennige = 562.500.000.000 DM. Das heisst 563 Milliarden Mark. Sehr wahrscheinlich aber ist der Umsatz der Tabakindustrie weltweit mindestens doppelt so hoch: 1 bis 1,5 Billionen DM. Wenn man nur mit einem Prozent Reingewinn rechnet, bleiben bei der absolut geringsten Sch�tzung immer noch 10 Milliarden DM als Gewinn �brig. Wahrscheinlich aber sind es mindestens f�nfmal so viel: Zwischen 50 und 100 Milliarden DM Reingewinn, j�hrlich. Was ist die Konsequenz? Weil Rauchen eine Sucht ist, ist die Abnahme der Zigaretten und damit der Umsatz garantiert. Jeder starke Raucher zahlt mindestens 4.000 DM j�hrlich an die Tabakindustrie. Damit sind auch die Gewinne garantiert. Wenn der Markt nicht l�ngst aufgeteilt w�re, sollte man alles fallen lassen und eine m�glichst grosse Zigarettenfabrik bauen. Aber der Markt ist aufgeteilt. Nichts besser als das: Das macht die Sache einfacher, man braucht nur Aktien der Tabakindustrie kaufen. Je mehr, desto besser. Dass sich die meisten Raucher irgendeinen Krebs mit den vielen Zigaretten einfangen, braucht einem als Aktion�r der Tabakindustrie keine schlaflosen N�chte zu bereiten. Erstens haben wir ja gerade in den USA einem aussergerichtlichen Vergleich zugestimmt: Danach sponsern wir das Gesundheitswesen in den n�chsten 25 Jahren mit rund 8 Milliarden Dollar j�hrlich. Da k�nnen wir doch wirklich ein ruhiges Gewissen haben. Und zweitens: Wir m�ssen doch schliesslich alle mal sterben ... |
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Jürgen Albrecht, 14. Januar 1999
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