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Quer durch die Rocky Mountains 4/4

Die Opal-Sedimentschicht am Mt. O'hagan

Wenn man im heissen Mineralwasser liegt, blickt man direkt auf die steile Abbruchkante am Gipfel des Mt. O'hagan (2445 m). Dort ist ganz deutlich eine ähnlich braune Schicht zu sehen, die für die eigenartige Farbe des Opal Head über dem Maligne Lake verantwortlich ist. Ich würde wetten, es ist die gleiche Schicht, die gleiche Formation, denn die Farbe ist sehr auffällig. Man sieht das Braun dieser Schicht auch nicht nur am Mt. O'hagan, sondern in der ganzen Bergkette, die der Ashlar Ridge gegenüber liegt. Ich bin sicher, das Maligne und das Fiddle Valley besitzen die gleiche geologische Historie. Sie sind ja auch direkt benachbart.

Ich liege eine halbe Stunde im wärmsten und grössten Becken. Das Wasser ist ungefähr 40 Grad warm, es kommt mit 53,9° aus der Erde und muss mit kaltem Wasser vermischt werden. Es ist viel los in diesem Bad, und es wird immer voller. Als ganze Schulklassen zum Baden kommen, gehe ich lieber wieder.

Die heissen Quellen kannten natürlich auch die Indianer und sie machten den Fehler, sie den weissen Pelzhändlern zu zeigen, mit denen sie Geschäfte machten. Im Jahr 1910 wurde der erste Trail ausgeschildert, der nur mit Packpferden zu bewältigen war. Als die Kohlemine eingestellt wurde, war das die genau richtige Arbeitsbeschaffungsmassnahme: 1919 wurde von Bergleuten aus Pocahontas ein Badehaus und in den dreissiger Jahren wurde eine ordentliche Zugangsstrasse gebaut. Allerdings war die sicher nicht so gut, wie die heutige. Das Wasser enthält 1798 mg/L Mineralstoffen, nur 4,2 bzw. 6 mg Chlorid bzw. Schwefel, deswegen riecht es hier nicht nach diesem Wasser.

 

Erst als ich in der Gegend von Edson übernachte frage ich mich, warum ich eigentlich nicht diese Nacht bei den Hot Springs und der Wilden Kalksteinwand verbracht habe?


Sunset bei Edson

Ich fuhr nach Kaffee und Kuchen ab, weil ich nur für zwei Tage ein Permit für den Jasper National Park hatte. Aber natürlich hätte ich für eine Übernachtung noch weitere fünf Dollar investieren können. Allerdings wollte ich auch ein paar Tage für Edmonton haben.

In Edmonton gibt es wieder eine schöne Universität und es ist eine grosse Stadt, die ich mir ansehen will, bevor ich mich am Mittwoch dort vielleicht mit Conny, dem Canada Man, treffe. Es ist zwar schade, dass ich morgen früh nicht mehr das silbrige Reef vor mir sehe, aber ich werde entschädigt: Morgen Mittag sitze ich in der Library der University of Alberta am Computer. Die Wonne ist ähnlich.

Jürgen Albrecht, Edmonton, 26. Juno 2004, 09.04.04

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Kleinste Meerestiere haben buchstäblich Berge von Kalk produziert - Abschied vom Fiddle Valley